Trauernde begleiten
Die Zeit der Trauer
Früher war diese zeit besonders geprägt: Angehörige trugen schwarze Kleidung, ein Zeichen für andere, sich ihnen behutsam zu nähern. Die Trauer war akzeptierter Teil der Gesellschaft. Heute wird von Angehörigen oft erwartet, schon nach kurzer Zeit wieder perfekt zu funktionieren.
Dennoch oder gerade deswegen brauchen Trauernde in dieser Zeit Menschen, die ihnen zuhören und Rituale, die ihnen helfen, sich wieder neu im Leben zu orientieren und diese Zeit des Abschieds zu gestalten.
Kirchliche Bräuche
Um in besonderen Zeiten sich der Begleitung Gottes gewiss zu werden, gibt es kirchliche Bräuche, die Ihnen helfen können.
Für evangelische Gemeinden gilt: Am Sonntag nach der Beisetzung denkt Ihre Kirchengemeinde an die Verstorbenen der Woche und betet für die Angehörigen. Dazu sind Sie herzlich eingeladen.
Am Ewigkeitssonntag des Sterbejahres wird aller Verstorbenen des Jahres gedacht und oft auch eine Kerze für sie entzündet. Auch hierzu ergeht eine Einladung an Sie.
Wünschen Sie besondere Begleitung, zum Beispiel am Jahrestag des Todes oder beim Gang auf den Friedhof, so können Sie auch hier Ihren Pfarrer, Ihre Pfarrerin um Beistand bitten.
Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte. Jede Trauer ist besonders.
Dennoch gibt es Situationen, die als besonders schwierig empfunden werden: wenn ein Kind schon im Umfeld der Geburt stirbt, wenn jemadn allein zurückbleibt, wenn ein Mensch seinem Leben selbst ein Ende gesetzt hat, wenn jemand aus seiner Kirche ausgetreten war, und in vielen anderen Situationen – es wird immer sinnvoll sein, das Gespräch zu suchen: mit Geistlichen, Personen des eigenen Vertrauens, Bestattern.
Manche Menschen erleben in ihrer Trauer die gegenseitige Unterstützung in der Familie als hilfreich. Andere haben aber keine Familie oder finden dort nicht zum Gespräch. In vielen Gemeinden finden Sie kirchliche oder andere Trauergruppen, wo andere gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte gehen und sich Hinterbliebene gegenseitig stützen.
Aber auch Ihr/e Pferrer/in kann Ihnen in dieser Zeit zum Ansprechpartner werden.
Die Grabstelle
Die Grabstelle ist für viele der Ort, an dem Trauer und Erinnerung ihren Platz hat. Eine ansprechende Gestaltung zeigt hier die Wertschätzung.
Aber nicht immer ist jemand da, der das Grab auch pflegen kann. Dennoch gibt es Wege, wie eine würdige Grabstelle ohne große Pflege auskommt, sei es in einer Urnenwand oder bei einer Baumbestattung. Dies muss nicht einmal viel kosten. Es muss also nicht unbedingt die anonyme Beisetzung sein, wenn Sie die Befürchtung haben, ein Wahl- oder ein Reihengrab übersteige Ihre Möglichkeiten.
Daneben gibt es auch die Möglichkeit, Grabpflege an Floristen abzutreten. Hier garantieren entsprechende Organisationen eine Kontrolle dieser Pflege für die gesamte Liegedauer des Grabes.
Bedenken Sie auch, dass nicht nur engste Angehörige das Grab besuchen möchten – vielleicht gibt es Freunde, alte Bekannte, denen etwas am Verstorbenen liegt und die auf dem Friedhof nach dem Grab suchen werden. Dafür braucht es den Namen an diesem Ort.
Auch für Sie selbst kann die Grabstätte ein Ort der Erinnerung und der bleibenden Gemeinschaft sein.
Als Christen glauben wir allerdings daran, dass mit dem Tod nicht alles aus ist – Christus hat den Tod besiegt. Wir hoffen auf die Auferstehung – und besonders am Tisch des Herrn, beim Abendmahl, fühlen wir uns mit allen, die bereits in Gottes Reich daran sitzen, verbunden.

