Liebe und Hochzeit
Ein paar Gedanken
"Die Ehe ist ein weltlich Ding.“ So hat es Martin Luther mal gesagt.
Und trotzdem gehört es für Viele dazu, das Eheversprechen auch in der Kirche zu bekräftigen. Es ist schön, „danke“ zu sagen für die Liebe, die man gefunden hat. Sie hat ihren Ursprung in der Liebe Gottes zu uns. „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“, so heißt es in der Bibel - und das ist auch ein beliebter Trauspruch.
Die Liebe ist dabei mehr als nur ein Gefühl und körperliche Anziehung.
„Lasst uns nicht lieben mit Worten und mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit“ heißt es in einem anderen beliebten Trauspruch. Liebe bedeutet, nach dem zu suchen, was dahinterliegt: nach der Verbundenheit, und der Treue, und sich einander zuzuwenden.
Dabei bleibt die körperliche Anziehung auch in der Bibel nicht außen vor. Im Hohelied Salomos hören wir von der Sehnsucht nach körperlicher Nähe, von Zärtlichkeit und Erotik.
Die tiefe Erfüllung in der Liebe ist dort auch Sinnbild für die Nähe Gottes, die ganz ähnlich Grenzen aufhebt und die Seele erfüllt, sodass kein Raum bleibt für irgend etwas anderes.
„Stark wie der Tod ist die Liebe“, heißt es da, und „ihre Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.“
Wenn das so zusammenkommt, die körperliche Erfüllung, die tiefe Freundschaft füreinander und auch immer wieder die bedingungslose Annahme, obwohl man sich auch einmal streitet, ist das die „große Liebe“, die in die Ehe münden darf.
Sie kann dann auch einmal, wenn es denn so sein soll, Kinder einbeziehen und ihnen Verlässlichkeit und Vertrauen vermitteln.
Und dann sagt so jemand wie der Apostel Paulus, dass wir verheiratet sein sollen, als wären wir es nicht. Das klingt missverständlich, als wäre der andere/die andere egal. Aber möglicherweise eröffnet es auch eine andere Perspektive: wir können den Partner/ die Partnerin nicht für selbstverständlich halten, als könnte man über ihn oder sie verfügen.
Stattdessen wünsche ich allen Paaren, dass sie offen bleiben für das Wunder, das im Gegenüber steckt. Dass die Sehnsucht lebendig bleibt und die Bereitschaft groß ist, sich neu kennenzulernen, wenn sich eine*r von Beiden verändert im Lauf der Zeit. Damit der Alltag ein Land sein kann, das man gemeinsam immer wieder mit Freude durchwandert.
Weitere Trausprüche finden Sie in der Bibel oder z.B. hier

