Taufpaten

 
Taufpaten nennt man die Menschen, die gemeinsam mit den Eltern das Kind "aus der Taufe heben".
In der alten Kirche wurden selten Kinder getauft. Die Taufpaten begleiteten die Täuflinge ein Jahr lang, lehrten Sie den Glauben und bezeugten ihren guten Lebenswandel.
Irgendwann begann man, kleine Kinder zu taufen. Einerseits aus Angst, sie könnten sterben und nicht das Himmelreich erben, eine Idee, die wir heute schwer verstehen, weil Gott die Kinder liebt. Andererseits aus der großen theologischen Erkenntnis heraus, dass wir alle nie fertig sind in unserem Glauben. Wir werden nie fehlerlose Christ*innen sein. Dass Gott uns annimmt, ist Gottes großes Geschenk  in der Taufe an uns. Dafür brauchen wir  nicht erwachsen sein.
Später sagen wir in der Konfirmation unser "Ja" zu Gottes großem Versprechen und bekräftigen es in unserem Leben immer wieder, wenn  wir Gott vertrauen.
Die Taufpaten haben nun seit 1600 Jahren die Aufgabe, den Kindern ein Beispiel im Glauben zu sein.
Oft kam dazu auch noch die Verantwortung für das Wohlergehen der Kinder dazu, falls den Eltern etwas zustößt, was früher noch viel öfter geschah.
Diese Vorstellung leitet auch heute noch viele Eltern, wenn sie nach Taufpaten für ihr Kind suchen. Doch staatliche Einrichtungen interessiert die Taufpatenschaft nicht, wenn es um eine Betreuung der Kinder geht. Hier ist es nötig, dass Eltern ihren Wunsch schriftlich fixieren.
Aufgabe der Taufpaten sollte es sein, mit dem Kind dessen eigenen Glauben zu erkunden. Sie erzählen von ihren eigenen Hoffnungen, begleiten später die Jugendlichen zur Konfirmation und stehen ihnen beim Erwachsenwerden und in Lebensfragen bei.
Damit das Kind dabei Menschen an der Seite hat, die auch über den evangelischen Glauben, über die eigene Konfirmationszeit und über ihre persönlichen Erfahrungen mit Kirche und Glauben sprechen können, erwartet die Kirche von allen Paten, dass sie einer christlichen Kirche angehören, und wenn möglich in der evangelischen Kirche konfirmiert wurden.
Denn Paten sind so etwas wie Glaubenstrainer*innen. Als Fußballtrainer zum Beispiel würde kein Verein jemanden einstellen, der schon seit Jahren keinen Fußball mehr gekickt hat oder Fußballspielen grundsätzlich ablehnt. Wie sollte derjenige Freude daran vermitteln können?
Wenn Sie zusätzlich zu den Paten jemanden an die Seite des Kindes stellen wollen, der oder die einem anderen Glauben angehört, so bleibt Ihnen das unbenommen. Diese Person kann mit am Taufstein stehen, kann die Taufe bezeugen und für das Kind da sein - aber nicht Taufpate werden, da dies ein kirchliches Amt ist.